Rollstuhlfahrer-Icon ist vor einer Treppe. Schräg über dem Rollstuhlfahrer steht in einer Sprechblase: #!&%!

Kurz & gut: Was sind Barrieren in der digitalen Welt und was bedeutet Digitale Barrierefreiheit?

Rahel Pfeffinger
geschrieben von
Rahel Pfeffinger
veröffentlicht

Barrierefreiheit - ein abstrakter Begriff, der oft genutzt wird. Aber wissen Sie, was das überhaupt im Genauen bedeutet? Hier erklären wir kurz und einfach, was dahinter steckt.

Was sind Barrieren?

Der Duden definiert Barrieren als „Absperrung, die jemanden, etwas von etwas fernhält“. Viele denken bei dieser Definition wahrscheinlich sofort an architektonische Barrieren, also defekte Aufzüge, erhöhte Bordsteine oder zu enge Türen. Wenn sich zum Beispiel ein Mensch im Rollstuhl vor dem Hindernis einer Treppe befindet, dann können andere Personen das beobachten – sie verstehen, dass es (für sie) sichtbar räumliche Barrieren gibt.

In unserer komplexen Welt gibt es allerdings noch weitaus mehr Barriere-Arten. Umgebungsbedingungen, wie starke Lichtreflektionen auf Bildschirmen, können zum Beispiel eine Barriere darstellen, von der viele Menschen betroffen sind. Wenn die Kontraste auf der besuchten Webseite nicht hoch genug sind und die Spiegelung blendend hell ist, kann man unterwegs nichts mehr auf dem Smartphone-Bildschirm erkennen. In so einer Situation waren sicherlich schon einige von Ihnen. Dass es sich dabei konkret um Barrieren handelt, war Ihnen vielleicht gar nicht bewusst.

Im Internet lauern noch weitaus mehr Barrieren. Allen voran in Dokumenten, die nicht barrierefrei gestaltet sind. Ein Großteil der Informationen - selbst auf Websites und in Intranets - stehen in Form von Dokumenten zur Verfügung. Dazu gehören zum Beispiel Flyer, Tickets, Anleitungen, Rechnungen und Fahrpläne. Sind diese Inhalte nicht barrierefrei, sind sie nicht für alle Menschen zugänglich und lesbar.

Barrierefreiheit

Der Begriff Barrierefreiheit beschreibt einen Zustand, in dem keine Barrieren vorhanden sind. In einem barrierefreien Internet sind alle Services und Inhalte des Internets für alle Ausgabegeräte (z.B. Braille oder Screenreader) und Nutzer:innengruppen bedienbar, zugänglich und verständlich.

Um Barrieren im Internet entgegenzuwirken, legen die Web Content Accessibility Guidelines 2.1 (WCAG) einen internationalen Standard für digitale Barrierefreiheit fest. Insgesamt bestehen die WCAG aus vier Prinzipien, die Barrierefreiheit unterstützen sollen: wahrnehmbar, bedienbar, verständlich und robust. 

Das könnte dich auch interessieren

Kurz & gut: Was ist Intersektionalität?

Wieder einmal ein Begriff, der immer wieder in Diskussionen rund um Barrierefreiheit fällt und viele Fragezeichen…

Artikel lesen

Wir haben getestet: Reicht die Barrierefreiheitsprüfung von Microsoft Word aus?

Das Versprechen: „Halten Sie es inklusiv. Lassen Sie uns sicherstellen, dass Ihre Datei die bewährten Methoden für…

Artikel lesen